Salamanca
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SKULPTUR DES LAZARILLO DE TORMES

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Neben der Römischen Brücke und dem Vettonischen Eber befindet sich die Skulptur, die Lazarillo de Tormes gewidmet ist. Die Skulptur ehrt eine der ikonischsten Figuren der spanischen Literatur. Vom Bildhauer Agustín Casillas aus Salamanca in Bronze geschaffen, wurde sie 1974 eingeweiht. Auf einem Betonpodest erheben sich die beiden repräsentativsten Figuren des Werkes. Ihr Standort ist kein Zufall, da die Skulptur angeblich in der Nähe des Ortes steht, wo der listige Blinde Lázaro den berühmten 'calabazazo' (Kopfstoß) verpasste.

Neben der römischen Brücke befinden sich zwei der emblematischsten Skulpturen der Stadt, der Vettonische Eber und die Skulptur, die dem anonymen Werk Lazarillo de Tormes gewidmet ist. Zweitausend Jahre Geschichte trennen sie, doch ihre Verbindung zum bedeutendsten Werk der spanischen Schelmenliteratur, El Lazarillo de Tormes, vereint sie.

Die Skulptur ist von der berühmten Passage des Werkes inspiriert, in der der Blinde seinem Begleiter die erste Lektion erteilt. Der Ort, an dem sie sich befinden, ist eng mit der in der Novelle erzählten Anekdote verbunden: "Wir kamen nach Salamanca, und als wir zur Brücke kamen, stand am Eingang ein Steintier, das fast die Form eines Stiers hatte, und der Blinde befahl mir, mich dem Tier zu nähern, und dort stehend, sagte er zu mir:

  • Lázaro, halte dein Ohr an diesen Stier und du wirst ein großes Geräusch in ihm hören.
    Ich ging einfach hin, glaubend, es sei so, und als er merkte, dass mein Kopf nahe am Stein war, hob er fest die Hand und gab mir einen gewaltigen Schlag mit dem Kopf gegen den Teufelsstier, so dass der Schmerz des Stoßes länger als drei Tage anhielt, und er sagte zu mir:
    —Dummkopf, lerne; denn der Knecht des Blinden muss einen Punkt klüger sein als der Teufel."

An dem Ort, wo heute diese Skulptur steht, befand sich bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Viertel Santiago mit mittelalterlichen Wurzeln. Dieses beliebte Viertel war die Heimat von Fischern, Gerbern und Wäscherinnen, deren tägliche Aktivitäten sich um den Fluss und die Pfarrei Santiago drehten. Bedauerlicherweise überdauerte auch die ursprüngliche Kirche nicht, die Mitte des 20. Jahrhunderts nach fragwürdigen Restaurierungskriterien vollständig umgebaut wurde.

Die Umgebung der Lazarillo de Tormes-Skulptur ist zu einem Treffpunkt und Ausgangspunkt für kulturelle Aktivitäten geworden. Hier finden Theateraufführungen, literarische Veranstaltungen und Führungen statt, die den historischen Kontext, in dem das Werk geschrieben wurde, beleuchten. Auf diese Weise fügt sich das Denkmal in das kulturelle Leben der Stadt ein.

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